Es ist bitter, diese Zeilen zu schreiben. So bitter, dass ich es einen Monat vor mir her geschoben habe. Dass wir einmal mehr den gesetzten Veröffentlichungstermin nicht halten konnten muss wohl jetzt nicht als Neuigkeit verkauft werden. Kommen wir daher sogleich zu den Gründen.
Im Wesentlichen sind diese vor allem technischer Art. Die Natur hat Stefan Rankers Studio in Zeitlarn für eine eindrucksvolle Demonstration ihrer Macht auserwählt, denn dort ließ ein Blitz nicht nur das NTBA platzen und Feuer fangen, sondern er grillte auch einige Anschlüsse am Audio Rack des Musikcomputers. Die Fantasie eines Einzelnen reicht wohl nicht aus, sich den Weg vorzustellen, den der Blitz durch das Haus genommen haben muss. Immerhin blieb selbiges unbeschädigt und auch die Projektdateien der Athen-Oper haben keinen Schaden genommen. Dass kein bisher aufgenommener Ton verloren gegangen ist, ist die gute Nachricht, die von dem Vorfall berichtet werden kann. Die schlechte – Du ahnst es, geneigter Leser – ist, dass wir die letzten beiden Juniwochen quasi lahmgelegt waren und nicht, wie geplant, die bis dahin noch nicht fertiggestellten Masters machen konnten.
Wer die unglückselige Entstehungsgeschichte von Athen verfolgt hat weiß, dass dies nur ein weiterer in einer endlosen Reihe von Rückschlägen ist, die ich mit dem Projekt hinzunehmen hatte. Es wäre sicher für mein Wohlbefinden förderlicher, dieses Album, gegen das sich Gott und Teufel verschworen zu haben scheinen, für immer liegen zu lassen. Zumal das “aktuellste” Lied auf der Platte dank des zähen und immer wieder unterbrochenen Produktionsprozesses mittlerweile zwei Jahre alt ist und das Gesamtwerk vor allem in kompositorischer Hinsicht längst nicht mehr meinen momentanen Fähigkeiten entspricht. Die Fehler und Schwächen von damals, die in den Kompositionen enthalten sind, werden zunehmend unerträglicher.
Allein, dass das Ziel schon so greifbar nahe ist und die Gewissheit, dass ich es mir nicht verzeihen würde, ein beinahe fertig gestelltes Album, zumal eins, das für mich eine so große Bedeutung hatte und immer noch hat, hinzuschmeißen, erhält den Willen in mir aufrecht, daran zu arbeiten. Angenehm ist daran längst nichts mehr.
Die technischen Voraussetzungen werden bald wieder gegeben sein, das Hauptproblem im Produktionsprozess von Athen wird jedoch bestehen bleiben: Da ich keine (angemessenen) Gagen zahlen kann muss ich mich bei Studioterminen und Probenzeiten an die sonstigen Verpflichtungen meiner Musiker anpassen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass sie praktisch für lau und nur aus Freundschaft zu mir für mein Projekt arbeiten. Leider ist die Motivation in der Truppe sehr ungleichmäßig verteilt, was über die ganze lange Produktionszeit über für die meisten Verzögerungen verantwortlich war (ein Blitzschlag, der Teile der Ausrüstung beschädigt, ist ein Unfall, auf den niemand Einfluss hat, und ginge es nur um Zwischenfälle dieser Art würde ich den leicht vorwurfsvollen Ton dieses Eintrags sicher nicht anschlagen).
Abgesehen davon, die Besucher dieser Seite von der Terminverschiebung auf “irgendwann im August” zu informieren, ist dieser Blog-Eintrag auch eine Aufforderung an die Mitglieder von Apart From Alice, möglichst bald Zeit für das Projekt zu haben. Bitte, bitte, es ist doch bald geschafft. Ihr würdet mich zum glücklichsten Menschen der Nordhalbkugel machen!
An alle Besucher der Seite und allgemein diejenigen, die mein musikalisches Schaffen verfolgen, möchte ich die herzlichsten Grüße senden und noch einmal um etwas mehr Zeit zu bitten. Das fertige Endprodukt wird – allem zum Trotz, was ich vorher Negatives gesagt habe – eine sehr wertige Arbeit werden. Dafür steh ich mit meiner Postleitzahl.
Auf bald!